Am Ortseingang eines mittelalterlichen Dorfes lagen meistens die für die Besucher, Reisenden oder anderen Neuankömmlingen wichtigsten Gebäude. Das waren die Wirtschaft und der Schmied. Der Wirt sorgte für Unterkunft und Essen, der Schmied versorgte die Pferde. So war das auch in Mattsies!

Dorfschmiede K640 Dorfeingang

Die erste Schmiede in Mattsies kann nicht sicher nachgewiesen werden.

Vom Ehehaft* Schmied zu Mattsies ist folgendes bekannt:

Bekannt ist, dass laut Vermessungsamt von 1839 die HausNr. 62 (jetzt Westermahdweg 2) ehemals Bäckerei Ressle die Schmiede war. Hier wurde als Hausname „Alte Schmiede“ vermerkt.
Der gegenüberliegende Hof hat den Hausnamen „Schmiedbauer“.

1789 war hier der Besitzer der "alten Schmiede" ein Johann Georg Schorg, der seinem Schwiegersohn Joseph Baur im Jahre 1828 für einen Betrag von 2200 fl. (Gulden) die Schmiede übergab.

Wo diese Schmiede -zum Zeitpunkt der Übergabe- war ist nicht ganz klar. Möglicherweise war die Schmiede dann schon an der  unteren Dorfstrasse.  (Hier im Plan die rote HsNr. 90, K640 Schmied01gleiche HsNr. wie in der oberen Dorfstr. Ebenfalls HsNr. 90) 

Das Wohnhaus muss die HsNr. 90 in der oberen Dorfstr. direkt neben HausNr. 62 gewesen sein. Das Haus ist jetzt Dorfstr. 38 und der alte Hausname war „Hufschmid“, der Besitzer war im Jahr 1833 ein Joseph Baur.

Ab 1846 war der Schmied Joseph Baur Besitzer von HsNr. 67 jetzt Dorfstr. 28. Hier war er auch lt. Gewerberegister als Schmiedemeister angemeldet.

 Das jetzt, im Jahre 2016, noch bestehende Schmiedegebäude mit der früheren HsNr. 68 ½;  jetzt Dorfstr. 24  ist seit 1862 nachweisbar. Hier wird ab 1898 ein Baur Johann als Schmied verzeichnet. Der nebenliegende Hof trägt den Hausnamen  „Schmiddabaur“

*Ehehaft bedeutet soviel wie gesetzlich oder rechtmäßig. Berufe mit Ehehaft waren für die Gemeinde unentbehrlich. Zugleich verschafften sie den Inhabern faktisch ein Monopol.  

K640 Schmied02

K640 Schmied03

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innerraum der jetzigen Schmiede.