Dorfgeschichte - oder Dorfgeschichten

Was mir beim Lesen von verschiedenen Quellen so aufgefallen ist. (Es ist nicht alles wichtig, aber so war es eben.)
Ich habe nur mal angefangen.  Diese Notizen werden immer wieder ohne jedes System fortgesetzt. 

Zeit Ereignis, Text oder was sonst
1830 Fast jedes Haus hatte beim Wohnhaus ein "Würzgärtle", außerdem einen Krautgarten in der Flur "Krautgarten" und ein Feld zum Anbauen der Kartoffel, das Gebiet hieß "Erdbirntheil" und war in der Flur Openlohe. Zu vielen Häusern gehörte auch ein kleines Teilstück im sogenannten "Galgentheil", Flurname "Kapelltheile" nördlich HsNr.84 -
1853

Im geographisch-statistisch-historischen Handbuch  des Königreichs Baiern von 1853
wird zu Mattsies nur vermerkt: 124 Familien und 535 Seelen.

1863

Bayerische Chronik
Vom Flossach-Thal. Mattsies, 21.Jan.1863
Am gestrigen Tage waren wir Zeuge von einem seltenen Naturereignisse. Nachdem den ganzen Tag ein furchtbarer Orkan wüthete, so daß theilweise Dächer abgedeckt, Obstbäume abgerissen wurden und selbst Häuser einzustürzen drohten, folgte Abends halb 6 Uhr ein starkes Gewitter. Blitze schoßen umher, bis um 6 Uhr ein heftiger Blitz und schneller Donner Alles erschreckte. In diesem Augenblick sah man das Kreuz und die Kuppel des Kirchthurmes im Feuer, das sich sogleich an der Thurm-Mauer herabzog und zerschlug. Auf den 3 Stangen des Kreuzes erblickte man 3 Lichter, ähnlich brennender Kerzen 6-8 Minuten lang, bis sie unter Schneegestöber verschwanden oder erlöschten. Uns scheint, daß der Blitz bei der kalten Temperatur seine volle Kraft verlor, sich auflöste, auf das kreuz herabfiel und Thelchen von Phosphor auf dem Kreuze sitzen blieben, bis der Schnee sie erlöschte. Mögen durch diese Erscheinung Naturkundige von Fach Anlaß nehmen, selbe genauer zu erklären!

1867

Mattsies, Gemeinde, 494 Einw., 132 Geb, in 2 Orten:
Mattsies, k. Pfd. im Dekanat Baisweil, 476 Einw., 124 Geb. 1 Kirche, Schule
Mattsies, Schloß. E., k. Pf. Mattsies, 18 Einw., 8 Geb, Schloß

1868

Die Gemeindeverwaltung Mattsies bestand aus: Schropp Franz,Vorsteher; Ehrhart,Pfleger; Schuster Thomas; Mayer Jakob; Immerz Johann; Gemeindeschreiber war der Schullehrer Kopp. getagt wurde in der Wohnung des Vorstehers. HsNr. 52
Die klg. Baubehörde Mindelheim genehmigt den Umbau des Mesnerhauses.
Der Schausteller Mayer aus Nürnberg ersucht um Genehmigung zur Aufstellung eines Karusells, im Hause des Vorstehers Schropp beschließt die Gemeindeverwaltung die Bewilligung zu erteilen.
Im Oktober wird auf bezirksamtliche Weisung eine Einquartierungskommision gewählt.
Beim Hornvieh tritt die Lungenseuche auf.
 Der Gemeindevorstand beschließt, dass an allen Straßen Obstbäume gepflanzt werden. Dies war schon lange der Wunsch der königlichen Behörden. Die Ortsangehörigen zeigten an der Obstbaumzucht bisher wenig Interesse.

1869

Der Theaterdirektor aus Augsburg möcht am 29.Juni 1869 ein Passionsspiel im Gasthaus zum Schwarzen Adler (Wirt Mayer Ulrich) aufführen. Die Gemeindeverwaltung bewilligt dies.

1870 Die Gemeindeverwaltung Mattsies bestand aus: Schafhäutl, Bürgermeister; Schropp,Beigeordneter; Mayer,Pfleger; Hämmerle Thaddäus; Gemeindeschreiber war Schullehrer Kopp, getagt wurde in der Wohnung des Bürgermeisters, HsNr. 72
 Beschluß im Juli 1870: Eine Haussammlung für die Opfer des Krieges gegen Frankreich wird durchgeführt.
Auf bezirksamtliche Anordnung werden Fuhrwerke zur Militärbeförderung des Proviants der bay. Armee bereitgestellt
1871 Eisenbahnbau Bahnlinie Buchloe-Mindelheim hat begonnen.
 Beschluß: Das Zulassen, dass  Stuten und Kühen auf öffentlichen Straßen und Plätzen besprungen werden ist aus Gründen der Sittlichkeit nicht mehr gestattet.
1872 Die üblichen Gemeindearbeiten, Straßen und Brücken instandhalten, Straßen vom Koth befreien. Rasso Zwick tritt als Flur- und Nachtwächter zurück. Neuer Nachtwächter der ledige Johann Demmler. (jährlicher Gehalt 70 fl. )
1876 Bei dem Abgange des früheren Bürgermeisters Schafhäutl kam der hiesige Söldner Thaddäus Hämmerle an dessen Stelle. Zugleich wurde der Jahresgehalt des Bürgermeisters von 85 auf 135 Mark erhöht.
1878 Beim Herrichten des Kiesbedarfs für das nächste Jahr, hat man festgestellt, dass ein Felsbrocken in der hiesigen Kiesgrube gefährlich für Mensch und Vieh werden kann. Zur Beseitigung wurden dem Maurer Hämmerle 42 Mark zugesagt.
1879 Der Rat beschließt eine Allee von Pappeln bis zur Grenze nach Tussenhausen zu pflanzen
1880   Auf Antrag des Bürgermeisters Hämmerle beschließt der Gemeinderat, dass das Wittelsbacher-Jubiläum auch die Schuljugend festlich begehen soll. Der Gemeinderat beschließt, die Schuljugend in der Schloßschenke zu verköstigen und bewilligt einen Betrag von 30 Mark
1881 Die Kirchhofmauer an der nördlichen Seite ist renovierungsbedürftig. Sie soll von einem tüchtigen Maurer erneuert werden.
1912 Gemeindeverwaltung bestehend aus: Müller, Bürgermeister;  Schropp, Beigeordneter; Immerz, Kassier; Immerz Xaver, Zwick Jakob, Tröbensberger Math, Wöhrle Jakob, Spöttl Alois, Hohl Alois, Hämmerle Xaver. -Gemeindeschreiber Tschaffon, Lehrer.