Erklärungen zum Burgtyp "Motte"

Motte - Was ist das?
Der Begriff Motte oder auch Mota (aus frz. "Klumpen", andere Bez. Turmhügelburg, Erdhügelburg, Hausberg) ist eine frühe Burgform auf einem Erdhügel, eben der Motte.
Die Burg wurde teilweise mit Erde angefüllt, (daher eingemottet) so dass nur der obere Teil sichtbar war.

 

Eine frühe Form der Ritterburg war die Turmhügelburg  oder „Motte“. Sie war ein aus Holz gebauter Wehr- oder Wohnturm der auf einem künstlich aufgeschütteten  Erdhügel  stand.  Diese Burg war mit Palisaden aus Holz umgeben. Dazu kam ein zusätzlicher Schutz durch einen mit Wasser gefüllten Wallgraben. Die Burg war als Wohnturm für den Burgherrn und als Verteidigungsturm ausgelegt. Nicht immer wohnte der Ortsherr auch in der Burg, oft war der Turm nur für den Fall, dass im Falle eines Angriffs ein Rückzugsraum vorhanden war. Wie die Situation genau in Mattsies war, kann nicht geklärt werden.


Bau der Motte.

Ein Ringgraben wurde ausgehoben. Der Aushub wurde in der Mitte aufgeschüttet. Zusätzlich wurde meist noch zusätzliches Material (Erdreich) aus der Umgebung herangeschafft bis der Hügel die gewünschte Größe und Höhe erreicht hat. In vielen Fällen wurde erst die Turmhügelburg errichtet und danach das Erdreich aufgeschüttet. So wurde die Burg  „eingemottet“. Dadurch entstand eine größere Stabilität und Platz im „Keller“ für Vorräte und Schutzraum.  Manchmal auch ein unterirdischer Notausgang.

Vor der Motte war das Dorf, die sogenannte Vorburg, die auch durch eine zusätzliche Palisadenwand und einen Wallgraben geschützt war.  Die Vorburg beherbergte den Betrieb der Gesamtanlage. Also  -- Kirche, Maierhof, Wirtschaftsgebäude, Gesindewohnungen, Gasthaus, Ställe, Scheunen,  Handwerker, wie den Schmied –. Dadurch war die Vorburg deutlich größer als die Turmhügelburg.

Die meisten Motten waren Machtsymbole des neu entstandenen niederen Dienstadels der Ministerialen.

 Hier näheres zur Mattsieser Motte, den "Tanzberg"

 

In Deutschland steckt die Erforschung dieser wichtigen Frühform der Adelsburg leider noch in den Kinderschuhen. In unserem Nachbarland Österreich hat die "Hausbergforschung" hingegen schon eine jahrzehntelange Tradition.
Wie die meisten Bodendenkmäler sind unsere Motten leider einem zunehmenden Vandalismus ausgesetzt. Metallsondengänger, Esoteriker, Motocrossfahrer und Okkultisten hinterlassen gravierende Schäden an diesen unersetzlichen Zeugnissen hochmittelalterlicher Geschichte. Manche Turmhügel werden auch heute noch zur Materialgewinnung angegraben oder bei der Anlage von Holzabfuhrwegen schwer beschädigt.