Pfarrer Kraus

         Pfarrer Johann Ev. Kraus

  Johann Kraus war Pfarrer in Mattsies von 1929 bis 1972

pfarrerkraus

kraus amaltar

Pfarrer Kraus im Pfarrgarten

  Pfarrer Kraus am Altar der Pfarrkirche Mattsies

Bilder vom Priesterjubiläum siehe hier

 

 

kraussterbebild Sterbebild Pfarrer Kraus

 

Ausschnitt aus Mindelheimer Zeitung vom 17. Januar 1972

Trauer um Pfarrer Kraus

Ein verdienter Seelsorger und kämpferischer Bekenner

Mattsies (eh). 
Am vergangenen Samstagfrüh 1.30 Uhr verschied Pfarrer und Kammerer* Johann Ev. Kraus aus Mattsies, nach Jahren schweren Leidens. Mit der Gemeinde Mattsies trauert das Dekanat Mindelheim, dem er viele Jahrzehnte als Kammerer diente.
Dem Wunsche des Verstorbenen gemäß wird er in seiner Heimatgemeinde Fristingen im Landkreis Dillingen a.D. am kommenden Mittwoch zur letzten Ruhe gebettet werden. Die Ueberführung des toten Seelsorgers von Mattsies nach Fristingen findet am Dienstag, vormittags 11 Uhr statt.
Pfarrer Johann Ev. Kraus wurde am 8. Juni 1898 in Fristingen geboren. Nach seinen Studienjahren, die umschattet von den Ereignissen des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegsjahre waren, wurde er am 20. Juli 1924 zum Priester geweiht. Vom Bischöflichen Ordinariat wurde Johann Kraus zunächst als Kaplan nach Pfaffenhausen berufen, zwei Jahre später kam er am 1. September 1926 in die Großstadtpfarrei Herz-Jesu in Augsburg-Pfersee, um ein Jahr darauf am 11. August eine Stelle als Benefiziat in Jettingen anzutreten. Die kanonische Institution auf die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Mattsies erfolgte am 14. November 1929. Bis zu seinem Tode am 15. Januar dieses Jahres diente er der Pfarrgemeinde Mattsies in ungebrochener Treue.
Trotz langer und schwerer Krankheitsjahre hielt Pfarrer Johann Kraus auf seinem Posten aus, sehr wohl um die Priesternot in der Diözese  Augsburg  wissend  und   seinen  Dienst auch dann noch verrichtend, als es seine Kräfte kaum mehr erlaubten. Nebst seinen vielfältigen   Aufgaben in Pfarrei und  Dekanat, lange Jahre wirkte er aktiv in der Arbeit der Landjugendseelsorge, fand Pfarrer Kraus auch noch Zeit, wenn es nötig war, dem Mindelhei-mer Maristenkolleg als Seelsorger und Lehrer | aushilfsweise   zu   dienen.   Auch   der  Zweite .Weltkrieg forderte von Pfarrer Kraus wieder seinen Dienst und Einsatz. Die schweren und harten Erlebnisse all dieser Jahre und seine klare  und  kompromißlose  Treue  zur  Kirche und ihrem Lehrauftrag, gaben seinem Wirken einen kämpferischen Charakter im Sinne des Pauluswortes „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet".
Seiner Pfarrgemeinde diente Pfarrer Kraus durch alle Jahre mit großer Hingabe. Sichtbares Zeugnis für dieses Wirken legte nicht zuletzt die gelungene Restaurierung der Pfarrkirche dafür ab, zunächst Innen in den. Jahren 1933 und 1947, wo in seinem Auftrag der Münchener Maler Max Lacher im Langhaus die vielbeachtete Deckenbemalung schuf, sowie eine Außenrestaurierung 1957. Kleinere Verbesserungsarbeiten ließ Kammerer Kraus bis in die letzte Zeit hinein noch durchführen. Außerdem wurde während seiner Amtszeit der Pfarrhof von Mattsies modernisiert.

* Kammerer ist der stellvertretende Dekan (hier des Dekanats Mindelheim)

Ausschnitt aus Fristinger Zeitung Januar 1972

Seine Priestergestalt lebt weiter

Geistlicher Rat und Kammerer Johann Kraus zu Grabe getragen.
Fristingen, (oh) Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Fristingen und Mattsies wurde der Geistliche Rat und Kammerer Johann Evangelist Kraus zu Grabe getragen. Er war 42 Jahre lang Pfarrer in Mattsies.
Johann Evangelist Kraus wurde 1898 geboren. Bereits mit 18 Jahren, 1916, wurde er Soldat; er erhielt mehrere Auszeichnungen. Im zweiten Weltkrieg begleitete Pfarrer Kraus seine Truppe bis vor Stalingrad.
Seit dem Jahr 1929 wirkte Pfarrer Kraus in Mattsies. Daneben aber bekleidete er noch viele Ehrenämter, so war er 25 Jahre lang als Obmann des Bayerischen Caritasverbandes tätig, lange Zeit als zweiter Vorsitzender des Priestervereins und als Jugendseelsorger.
Mit sechs Priestern zelebrierte der geistliche Ofizinator des Kapitels Mindelheim, Dekan Adolf Bräckle, das feierliche Requiem. In seiner Traueransprache betonte er, der Verstorbene sei ein aufrichtiger und unerschrockener Priester gewesen, der, wenn es sein mußte, auch ein mutiges Wort gesprochen habe.
Nebst den 28 Priestern und den Vertretern der Vereine sah  man in der Trauergemeinde den Patronatsherrn von Mattsies, Freiherrn von Freiberg sowie Schwester Anna und Luisa Keppeler, die Pfarrer Kraus bis zum Schluß treu gedient hatten.
Drei Böllerschüsse hallten über den Sarg, als der verewigte Seelsorger von Gemeinderäten von Mattsies zu Grabe getragen wurde. Der Bürgermeister von Fristingen legte für den Ehrenbürger seiner Gemeinde einen Kranz am Grabe nieder. Nach der Ansprache des Patronatsherrn würdigte der Bürgermeister von Mattsies, Josef Würstle, das gute Einvernehmen zwischen Pfarrer und Gemeinde. Weiter sprachen die Vertreter der Kirchenverwaltung, des Veteranenvereins, des Kirchenchores und des Sportvereines von Mattsies ihre Dankesworte. Zu den Klängen des Guten Kameraden legte der Veteranenverein Fristingen einen Kranz für den heimgegangenen Priester nieder, der ein wahrer Künder des Gotteswortes, ein „Mann in der Zeit" gewesen war.