Gräfin von Törring-Seefeld

      ( Schlossguts - Besitzer 1785 - 1808)

1785 erhielt Graf Törring-Seefeld und seine Frau, geb. Gräfin Josepha von Minuzi (Minucci), dieses alte Rittergut als Lehen und setzten es wieder vollständig in Stand.
Die Gerichtsbarkeit der Gräfin Törring-Seefeld erstreckte sich über die Grundstücke des Schlosses Mattsies und bezog sich auf die Abstrafung von Flurfreveln und „polizeilichen" Übertretungen. Aus einem Bericht des Landgerichts Türkheim von 1814 geht hervor, daß die Gerichtsbarkeit seit etwa1789 nicht ausgeübt worden ist. Der Schloßbezirk wird 1808 als Patrimonialgericht bezeichnet
Zu den baulichen Veränderungen: Der Wallgraben wurde teilweise eingefüllt und die Wirtschaftsgebäude mit dem tiefen Innenhof erhielten ihre jetzige Anordnung.

Ein Gutsverwalter leitete das landwirtschaftliche Schlossgut. (Joseph Gregori Kienle?)
Es hat schon eine Brauerei gegeben, denn in der Geschichte über die Schlacht bei Kammlach gegen die Franzosen heißt es "Am 11. August 1796 nimmt eine 24000 Mann starke "Patrioten"-Armee Aufstellung beim Kammlacher Wald nahe Dankelsried. Ihr gegenüber liegen in ihrem befestigten Feldlager die Condeer, welche darauf hoffen, dass der kaiserliche General Fröhlich, von dem man sagt, er sei der Sohn des Bräumeisters von Schloss Mattsies, ihnen rechtzeitig zu Hilfe kommen werde.

Am 10. Mai 1809 wurde in vielen großen Zeitungen ein Inserat zur Versteigerung des Schlossgutes Mattsies aufgegeben. Der Wortlaut war:

im Wege der öffentlichen Versteigerung veräußert werden. a.) Das Schloß und Schwaiggut Matsies; desselbe ist 1 1/2 Stunde von hier in einer angenehmen offenen Gegend erhaben gelegen, und enthält 7 heizbare und 3 unheizbare Zimmer, eine Hauskapelle, Bedientenstube, ein Küche 2 Speisgewölbe und 2 Keller. Das Bräuhaus allda mit 4 besonderen Kellern, einem geräumigen Wohnhaus und Zimmern für die Bräu- und Dienstleute. Ein Vieh und Maststall für wenigstens 80 Stück Vieh, die daran gebaute Schweizerey Milch- und Käskeller, eine Schmiede, Wagenschupfen, ein Getreidestadel mit Dreschtennen, 2 Pferdställe, ein Schweinstallgebäude, endlich eine Malz- und Mahlmühle. Beym Bräuhause ist nebst allen Erfordernissen desselben und nöthiger Einrichtung ein beträchtlicher Vorrath von Sommerbier, Branntwein , bey der Oekonomoe die gleiche Einrichtung an allen Baumannsfahrnissen, 35 Melkkühe, 2 Stiere, 4 zweyjährige Kälber, 12 einjährige Kälber, 9 Schweinsmütter, 1 Zuchtbär und 9 Pferde vorhanden. Zu diesem Schloß- und Schwaiggut gehören weiters zu allen 3 Feldern 79 Jauchert Ackers, 112 Tagwerk Wiesen, 8 1/2 Tagwerk Grasgarten zunächst den Gutsgebäuden, und 3 Krautgärten mit 28 Strangen. Mittwochs den 7. aber nämlichem Monats Juni wird das Schwaiggut Amberg, das eins halbe Stunde weit von hier entlegen ist, .......

Türkheim im Lechkreis, den 10. May 1809

Stahl, Rentbeamter.

Nach einigen Versteigerungen und Angeboten wurde schließlich am 20. September 1810 der Kauf genehmigt. Neuer Besitzer war jetzt die Kurfürstin Marie Leopoldine. Die Kaufsumme war 37800 Gulden.

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Allgemeines zu den Von Törring

Die Grafen von Törring sitzen zwar selbst nie auf Bayerns Thron, sind aber meist nicht weit davon zu finden. Der Stammsitz Törring liegt im Chiemgau (ursprünglich im Erzbistum Salzburg, heute) in Bayern.

Schreibweisen: von Torring, von Törring, von Toerring... oder Minucci
Abstammung:  Die Törring sind ein altes Adelsgeschlecht aus dem Chiemgau. Über 600 Jahre lang beeinflussen sie zahllose politische Entscheidungen in Bayern und Salzburg. Ihr Aufstieg beginnt in der Mitte des 12. Jahrhunderts als unfreie Dienstleute der Grafen von Kraiburg-Ortenburg und später der Erzbischöfe von Salzburg.
Verbindung:  Marie Karoline Gräfin von Torring * 14 Mai 1729, München, † 13. März 1793, Tochter des Maximilian Graf von Torring und Tengling * 1699 München und der (oo 1718) Franziska Auguste Gräfin von Hauben, 1.oo 27. Nov. 1747 Philipp Heinrich Baron von Rathsamhausen, 2.oo 25. Okt. 1761 Josef Simon Graf von Seeau.

Heraldik

wappen Toerring

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Wappen I: Das Stammwappen der Törring sind auf Silber drei (zwei zu eins gestellte) rote Rosen

Wappen über Eingang Wirtschaftsgebäude, Schloss Mattsies.
 

EingangWirt


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Wappen II: Wappen in Siebmachers Wappenbuch von 1605 auf Tafel 25. Wappen geviert mit rotem Herzschild, belegt mit einer schwarzen schrägen schmiedeeisernen Schere. Feld 1 und 4 auf Silber drei (2, 1) rote Rosen (Stammwappen). Feld 2 und 3 in Gold schräg drei schwarze Rauten (die Wecken derer von Seefeld). Drei Helme: Auf dem 1. Helm mit rot-silbernen Decken ein spitzer Hermelinhut, die Krempe belegt mit drei Rosen, aus der Spitze wachsend ein Busch Pfauenfedern. Auf gekröntem 2. Helm mit rot-schwarzen Decken ein goldener Stern auf der Spitze stehend. Auf gekröntem 3. Helm mit schwarz-goldenen Decken ein aufgerichteter Pfau in natürlichen Farben.

toerring1 

Das Wappen der Törring-Seefeld

 

1905 ließ der damalige Besitzer Walter von Rougemont
die Wappen der Geschlechter auf Schloss Mattsies in die
Eingangshalle malen.

 

 

Aufnahme vom 21.März 2004