Die ersten Herren von Mazzensiez    (alle urkundlichen Erwähnungen)

Mazzo = Ortsgründer ??  = sehr unwahrscheinlich!

Die ersten bekannten Herren von Mattsies waren Ministerialen der Welfen und Staufer.

  Hermann M. 1178 - 1205      Heinrich I. M. 1178 - 1228   Konrad d. Ältere 1178 - 1248

 1188 wird Herimanus de Mazensiez

als "ministerialis ducis" in der

Bestätigungsurkunde von Herzog

Friedrich von Schwaben genannt.

    Konrad II. v. Angelberg

1228 - 1289

Heinrich II. v. Angelberg

1228 - 1295 (erbaut 1235 die Burg Angelberg)

Konrad III. v. Mattsies

1235 - 1273

Verwandtschaft zu: Konrad von Winterstetten +
 Bischof von Konstanz =Eberhard II. von Waldburg<1248-1274>)

Schon 1154 wurden sie als Ministerialen des Reichs als Zeugen urkundlich erwähnt.

Sie trugen den Titel "Marschalk"  (ein Marschalk hatte die Obhut über die Stallungen und die Führung des berittenen Gefolges)

Zeit

Name

urkundliche Erwähnung - Anlass

1000 - 1095

Herren von Mattsies

wir finden keine urkundliche Erwähnung, doch man kann annehmen, dass Mattsies bereits besiedelt war.

Bauwerke siehe Tanzberg und Umwallung

 1095

erste urkundliche Erwähnung

etwa  1140/60

Berchtold de Mazzinsiezon

 Schenkung an Kloster St. Ulrich und Afra, Augsburg

  1176

Hermann von Mattsies (Mathsieß (ms. Macensiesse)

  Ottobeurer Jahrbücher, Lehenträger (Liste Nr. 56)
1178, 1183 und 1188

Brüder Hermann, Heinrich und Kunrat de Matzinsiezon

bei Verhandlungen Welf's VI. für Klst. St. Magnus in Füssen treten sie als Zeugen auf.
Urkundlich ist das Geschlecht von Mazzensiez  in einer Welfschen Doppelurkunde von 1178 mit   3 Brüdern: Hermann, Heinrich u. Kunrad von Mazzensiez nachgewiesen.
 27. Dec.  1185

Brüder Hermann, Heinrich und Kunrat de Matzinsiezon

Herzog Friedrich von Schwaben, als dieser zu Schongau die Welf'schen und Staufen'schen Stiftungen an Klst. Roth bestätigt
 28. Aug. 1194

Hermann und Kunrat de Mazzensiez

sind im Gefolge Herzog Kunrat's von Schwaben, zu Steingaden bei Bestätigung derartiger Stiftungen für dieses Kloster
 22. Febr. 1192

Kunrat de Matzinsiezon

zu Memmingen, Bestätigung von Stiftungen für Klst. Roth bezeugt

 7. Aug. 1195

Cunradus de Mazinsies

Einen eigenen Schutzbrief wegen der Kirche zu Widergeltingen ertheilte dem Kloster Papst Cölestin III. am 7. Aug. 1195 (ib.503). Beschädigungen durch Raub und Brand, welche die Herrn von Mazzsies mit ihren Leuten an der Kirche und am Dorfe Widergeltingen verübt hatten. Diesselben sühnten unter Vermittlung Bischof Siboto's vom 10. April 1235 durch Reichnisse aus ihren Gütern nach Steingaden.

 1197

  Kunrat de Matzinsiezon

bei König Philipp am Leche anwesend, als Pfalzgraf Otto von Wittelsbach das Gut Laimering an St. Ulrich übergibt
 1190 bis 1197 Kunrat de Matzensiezon

schenkte einen Hof in Schmiechen (abgegangen bei Wereshofen) an Klst. Ürsin (Schmiechen war Wörishofen und Kirchdorf)

 1201

Hermann de Matzensiezon schenkte einen Zehenten zu Siebeneichen und ein Prädium zu Moosheim (abgegangen bei Rammingen) an Klst. Steingaden
24.Jan. 1204   Hermanni de Mazensiez, (Zeuge) Herzog Ludwig beurkundet, dass der Pfalzgraf  Otto von Wittelsbach dem Stifte St. Ulrich zu Augsburg das Gut Laimering geschenkt hat.
 6. Mai  1227 Conradus senior de Mazensiezen (wahrscheinlich obiger Bruder Hermann's) mit seinen Söhnen Kunrat und Heinrich Die Bestätigung dieser Schenkung durch König Heinrich VII. bezeugt
 1228 Beide Kunrate sind gegenwärtig bei einer Güterschenkung Schwigger's v. Mindelberg an Klst. Raitenbuch

 1228

z.Zt. lebende Herren von Mattsies

Hermann von Matzies
sein Sohn Conrad der Ältere
und dessen Sohn Conrad  

 22. Juni 1241 ein Kunrat der ältere de Mazensiezen, wahrscheinlich obiger Bruder Heinrich's,
1241 wird noch ein Sifrid, Truchsess von Matzsies erwähnt.
schenkt mit Zustimmung seiner Gemahlin Adelheid und seines Sohnes Kunrat vier Höfe zu Erboldswang und einen zu Holzhausen zur ehrwürdigen Ruhestätte Herzog Welf's nach Steingaden
 15. Mai 1222 Hermann von Mazzensies (oder sein Bruder Heinrich) Beschädigungen an Gütern des Klosters St. Blasien sühnte Hermann von Mazzensies (oder sein Bruder Heinrich) durch Schenkung eines Hofes zu Nassenbeuren, welchen, als er gestorben war, der Bruder Kunrat vergeblich dem Kloster streitig machte
 10. April 1235 Herrn von Mazzensies    *1) Ein H. decanus de Mazinsiez erscheint am 10. April 1235 als Zeuge bei einer Verhandlung zwischen Bischof Siboto und den Herrn von Mazzensies für Steingaden,
18. März und
15. April 1246
Kunrate de Mazzensiez, der ältere und der jüngere
diese Verhandlungen fanden auf dem neuerbauten Schloss Mattsies statt
letzterer vermählt mit Ida von Siebeneichen, der Wittwe Diepold's von Aitingen, sind thätig beim Verkaufe eines dieser Ida gehörigen Hofes zu Aitingen an das Domkapitel
26.Okt. 1250 Conrad von Mazensies Papst Innocenz IV. ermächtigt den Bischof von Constanz auf seine Bitte, seinen Verwandten C(onrad) von Mattsies und H(ermann) von Hegnenberg (Hiegunkirh) zur Verheiratung ihrer Kinder Dispens zu ertheilen, obschon dadurch, dass H(ermann) der Pathe seines künftigen Schwiegersohnes ist, eine geistliche Verwandtschaft zwischen beiden Familien besteht.     

1256

Ritter Ulrich von Mazzensiess, genannt Huser Streit wegen Kloster Raittenbuch (Streitrschlichter Swigger von Mindelberch)
 1262 Beide Kunrate (Vater und Sohn) geben auf dem Schlosse Siebeneichen Höfe zu Holzhausen, Erboldswang, Niederhofen und Kätrichswang, einen Viertelhof zu Siebeneichen und eine Sölde in Lärmoos an Steingaden
 13. Dec. 1263 Beide Kunrate (Vater und Sohn) verkaufen an Steingaden einen Hof in Kätrichswang
 5. Juni 1273 Kunrat der Sohn bestätigt Kunrat der Sohn alle Schenkungen seines Vaters Kunrat an dasselbe Kloster und gibt dahin einen Hof zu Niederhofen

  ca. 1270

Kunrat von Mazzensies Im Kampfe Bischof Hartmann's von Augsburg mit dem Herzoge Ludwig von Bayern über die Stiftsvogtei steht Kunrat von Mazzensies auf Seite des Bischofes

31.März 1270

Chunrad de Matzensiez Zeuge bei der Beilegung des Streites zwischen Bischof Hartmann und Herzog Ludwig wegen der Vogtei über die Güter des Stiftes Augsburg.
9. Feb. 1292 Sifrid von Mazzensies, welcher den Marschalktitel führt Als Zeuge: in Streitigkeiten mit demselben Herzoge dem Bischofe Wolfhart dient
 14. Juni 1294 Sifrid's Bruder, der Marschalk Heinrich (an anderer Stelle wird als Verkäufer ein Heinrich der Marschall von Matzsies erwähnt)   (Hainricus Marschalcus de Mazzensies) verkauft am 14. Juni 1294 an Kloster Steingaden 4 lehenbare Höfe zu Ober-Rammingen
 4. Mai 1302 Sifrid's Bruder, der Marschalk Heinrich gibt am 4. Mai 1302 Elisabeth, die Tochter des Ritters Heinrich von Rammingen, die ihm eigen war, zur Domkirche in Augsburg
 5. Juni 1302 Sifrid von Mazzensies benennt Heinrich von Hattenberg den Marschalken Sifrid von Mazzensies als Bürgen beim Verkaufe seiner Güter zu Apfeltrach an das Domkapitel
 17. Juni 1302 Heinrich und Sifrid, die Marschalke von Mazzensies Am 17. Juni 1302 werden Heinrich und Sifrid, die Marschalke von Mazzensies, als Gerichtsbeisitzer über eine Abgrabung der Wertach bei Dürkheim das letzte Mal genannt
 2. Jan.  1312 Ulrich der Marschalk von Mazzensies
(Ulrich von Matzensiess führte das Siegel der Herren von Donnersberg)
verzichtet am 2. Jan. 1312 zu Gunsten des Klosters  Salmannshofen auf seine Rechte an ein Gut zu Reichartshofen
 25. Jan.  1343

er oder sein gleichnamiger Bruder Ulrich (Ulrich von Matzensiess (Matzensiezz) führte das Siegel der Herren von Donnersberg)

hatte eine Tochter Ida (Junkfrau Eyt), welche am 25. Jan. 1343 einen von ihrem Oheime Dietrich von Rotbach ererbten Hof zu Rothbach bei Dachau an Kloster Indersdorf verkaufte

 

Diese Ulriche waren die letzten des alten Stammes von Mazzensies, welchem die gleichfalls längst erloschenen Adelsgeschlechter von Angelberg, von Lichtenau u.a. als besondere Zweige angehörten

 Gegen Ende des 13. Jahrh. gelangten der Ortsbesitz und die Herrschaft Matzsies durch die Heirat Jthas, der Schwester Conrads III. an Heinrich von Freiberg (2*

Nun ist aber aus zahlreichen Beispielen bekannt, dass sich seit dem frühesten Mittelalter bis in das 14. Jahrhundert der Landadel beständig nach dem jeweiligen Sitz nannte, sodass Vater und Sohn verschiedene Familiennamen führen können, wie bei den Mazzensiezern selbst der Fall war (1202).
In einem lateinischen Verhandlungsakt des Bischofs von Augsburg  mit Herzog Ludwig von Bayern dd. 1270 werden schon gleichzeitig unter zahlreichen Ministerialien Chunrat de Matzensiez mit mehreren Heinrichen und Sigfriden Marsch. und Truchs. v. Donnersperg genannt.

*1) In der ersten Hälfte des 13. Jahrh. erscheint eine Christina dicta de Fronehoven (vom Welf'schen Fronhofen bei Ravensburg), vermählt mit dem Stauf'schen Dienstmanne Heinrich von Sumerau und nach seinem Tode mit dem bischöflichen Kämmerer Heinrich von Wellenburg, als Besitzerin bedeutender Güter zu Wereshofen. Sie war verwandt mit den Welf'schen Ministralen-Geschlechtern von Mindelberg, von Mazzensies und Schwangau,
  (2* hier ist nicht klar wie es weitergeht.  Wenn hier die Herrschaft an
"Heinrich von Freiberg" geht, lesen wir im Landkreisbuch von der Herrschaft Donnersperg und Ellerbach. Von einer Herrschaft "von Freiberg" habe ich nichts weiteres gefunden.

 

Das Wappen der ersten Herren von Mazzies.  Der Haken ist auch im heutigen Wappen enthalten.. (1905 ließ der damalige Besitzer Walter von Rougemont; die Wappen der Geschlechter auf  Schloss Mattsies in die Eingangshalle malen.)         Aufnahme vom 21.März 2004

 

Altes Wappen der Herren von Mattsies und Angelberg. (Eine Farbe wurde nicht überliefert)
Jedoch siegelten die Marschalke von Mazzensiez mit dem Stammschild derer von Winterstetten und dies war schwarz auf gelbem Grund.

Aus der Ramminger Ortsgeschichte                     http://www.rammingen.de/
In Rammingen lässt sich weder urkundlich, noch in der mündlichen Überlieferung, noch in den Flurnamen, noch im Erscheinungsbild das Vorhandensein einer Burganlage nachweisen. Jedoch lassen sich als welfische Dienstmannen Heinrich und Hermann von Rammingen urkundlich nachweisen, wobei besonders Hermann in der Zeit von 1144 bis 1164 öfters genannt wird. 1172 wird ein Hermann der Jüngere von Rammingen erwähnt.
1176 wird in den Ottobeurern Jahrbüchern ein Hermann von Mattsies aufgelistet, der Lehen des Klosters Ottobeuren trägt.
In der Folgezeit tritt Hermann von Mattsies als welfischer Dienstmann in den Urkunden auf, während sich zugleich in den Quellen kein Hermann von Rammingen mehr findet. Ob hier Personengleichheit infolge einer Heirat nach Mattsies vorliegt, kann nicht mit hinreichender Sicherheit gesagt werden, weswegen wir die Frage nach dem gegenwärtigen Forschungsstand offen halten, obgleich diese Annahme die Richtung andeuten könnte, in der die Ursprünge der nachmaligen Herrschaft Mattsies liegen könnten.
Urkundlich trifft man das Geschlecht von Mazzensiez in einer Welf´schen Doppelurkunde von 1178/88 mit drei Brüdern Hermann, Heinrich und Conrad von Mazzensiez.

Die Brüder teilen den Besitz
Die Brüder Konrad und Heinrich von Mattsies (Chunrad und Hainric von Matzensiess) errichteten um 1200 in Tussenhausen die Angelburg, während ihr anderer Bruder Hermann, in Mattsies verblieb. Somit liegt der Haken in beiden Wappen in einer verwandtschaftlichen Beziehung begründet. Im Wappenbuch des Landkreises ist eine Abbildung des Mattsieser Haken mit der Beschriftung „Hainricus de Anglberg 1280 - Simile. Cunradi de Mazensiezen 1251 --- Cunradi de Macensies 1233“ Seite 193

Aus der Wiedergeltinger Ortsgeschichte                  http://www.wiedergeltingen.de/geschichte.htm
 Aus der Geschichte von Wiedergeltingen
Schalten wir nochmals zurück: Welf VI. starb am 15. Dezember 1191 kinderlos in seiner Burg in Memmingen. Dabei müßte sein Haus in Wiedergeltingen an die Staufer gekommen sein. Die Vorkommnisse folgender Jahrzehnte scheinen auf Besitzansprüche der Ritter von Mattsies zurückzugehen. Ritter Konrad von Mattsies, seine Söhne und andere Helfer brandschatzten Kirche und Güter in Wiedergeltingen. Wegen der angerichteten Schäden mußten die Genannten am 10. April 1235 vor Bischof Sibito in Augsburg (1227 - 1248) Genugtuung leisten. Letztlich verzichtet Konrad von Mattsies im Jahre 1251 auf alle seine Rechte über Wiedergeltingen, die er von König Konrad IV. (1228 - 1254) erhalten hatte. Mit dieser Beurkundung verliert sich die letzte Spur, die im Zusammenhang mit einem welfischen Erbe oder einem Königsgut einigermaßen Aussagekraft besäße
...... wir wissen von der Brandschatzung der Kirche durch die Ritter von Mattsies laut der Urkunde vom Jahre 1235

Aus der Geschichte von Ketterschwang    http://www.germaringen.de/chronik/ket/
 
Schon im 12. Jahrhundert waren die welfischen Dienstmannen von Mattsies in Ketterschwang reich begütert. Sie überließen 1235 ihren dortigen Grundbesitz dem Kloster Steingaden als Ersatz für den dem Kloster und dessen Besitz in Wiedergeltingen durch Raub und Brand angerichteten Schaden.

Aus der Geschichte der Gemeinde Holzhausen b. Buchloe        http://www.mkholzhausen.de/hp/dorf3.html
Der Ortsname weist eine Rodungssiedlung hin. Das heutige Dorf Holzhausen soll als frühe Ausbausiedlung de Urmark Erpfting bald nach der germanischen Landnahme im 7. Jh. entstanden sein. Schon in frühesten Zeiten ist von 5 ganzen und 12 halben Höfen die Rede, die zum Augstgau gehörten. Vom Ortsgeschlecht finden wir erstmals urkundlich 1130 einen Udalschalk und 1270 einen Konrad von Holzhausen. Die welfischen Dienstmannen von Mattsies schenkten 1241 dem Kloster Steingaden den ersten und 1262 den zweiten Hof.