Herrschaft  " Donnersperg (Dornsperg) und von Ellerbach"

Die "von Ellerbach" herrschten in Mattsies
von 1357 bis 1460 (lt. Landkreisbuch)
Aus anderen Quellen wissen wir:
Durch weitere Verschwägerung dieser Marschalke von Donnersperg, genannt von Mazzensiez, gelangte die Veste Mattsies als marktgräflich-burgauisches Lehen an die von Ellerbach. Diese waren damals ein sehr angesehenes schwäbisches Geschlecht, das im 14. Jahrhundert die Marktgrafschaft Burgau pfandweise vom Hause Österreich innehatte. Der um 1295 zu Pfaffenhausen sesshafte „Burkard von Ellerbach“ hatte eine Marschalk von Donnersperg * zur Frau, 1312 beurkundete ein „Bruno von Elerbach“ Sohn Burkards von Ellerbach, Landvogt von Mazzensiez. 1352 wird als letzter Ulrich der Marschalk von Mazzensiez genannt.

(1312 war der Ritter Burkhard von Ellerbach auch Landvogtverwalter der Markgrafschaft Burgau)

 

Durch Verschwägerung gelangt gegen Ende des 13.Jahrhunderts der Besitz in die Hände der Marschalken von Mazensiez, unter deren Namen die Herren von Donnersberg zu sehen sind. Ihre Nachfolge traten, wohl wieder durch Verschwägerung, um 1350 die Herren von Ellerbach an, die spätestens seit 1357 Mattsies als österreichisch-burgauisches Lehen tragen. 1357 bleibt die Veste Mazzensiez im Besitz der Ellerbach laut Lehensrevers des Burkhart von Elrbach genannt Pupelin. Dessen Siegel zeigt das Ellerbachsche Schild, geviert und die Umschrift S. PVPELI. DE ELRBACH. Von da ab ist die Besitzerreihe durch zahlreiche Urkunden verbürgt. Ellerbach oder Ellerpach hat sich u.a. sehr erfolgreich an kaiserlichen Heerfahrten beteiligte. 1458 kam durch Kauf die Herrschaft, welche auch Ober- und Unterrammingen in sich begriff, in den Besitz der Stein von Ronsberg. Verwandschaftliche Beziehungen 2*.)

-Marschall v. Dornsperg (im Schilde vier Querbalken, der obere viermal, die beiden mittleren dreimal und der unterste zweimal, alle aber nur oben gezinnt). Altes mit dem Erbmarschall - Amte des Hochstifts Augsburg bekleidet gewesenes Adelsgeschlecht.   

Zeit

Name

urkundliche Erwähnung - Anlass

 1312

siegelte Bruno von Ellerbach, ein Sohn Burckharts von Ellerbach eine Urkunde

der zu Matzies saß
 - Bruno von Ellerbach, Herr zu Mattsies -

 1320

  Burkhard von Ellerbach

  Kg. Friedrich gelobt, den Frieden, welchen Burkhard von Ellerbach »von des reichs wegen« zwischen ihm und seinen Brüdern und der Stadt Augsburg geschlossen hat .........

 1345

  Ulrich von Mattsies
 
(Ulrich von Matzensiess führte das Siegel der Herren von Donnersberg)


Ulrich Marschalks von Matzensiess 1343
7. Nov. 1357 Burkhart von Ellerbach, genannt Puppelin

das Lehen aufgesendet

28. Nov. 1357

 Burkhart von Ellerbach, genannt Puppelin

belehnte Herzog Rudolf von Oesterreich dessen Sohn Wilhelm mit der "vestin ze Matzenses und mit lüten und gütern, die darzu gehörent"  (Text unten 1*)
1363

Hans von Ellerbach

Hans v. Elrbach erhielt 1363 von H. Albert den Befehl, die Besitzungen des Klosters Kaißheim in der Markgrafschaft Burgau, namentllich jene zu zu schützen. Er starb 1407 ; 1 Monat später folgte ihm im Tode sein Sohn Burkhard
22. Sept. 1384 Johanns von Elerbach Ritter, genannt von Matzesies (ein Sohn Wilhelms von Ellerbach) des Bischofs Burkhart von Augsburg Bruder
-Verkauf der Vesten Rettenberg, Nesselwang und Höfe in Sonthofen-
1387 Johann(Hans) von Ellerbach Ein Johann (Hans) v. Elrb. saß 1387 zu Matsieß (1478 erscheint Matsieß als Burgauisches Lehen im Besitz der Ursula Güssin v. Güssenberg Gemahlin des Hans von Stain durch Lehenträgerei des Heinrichs Truchsäßen v. Höfingen zu Münsterhausen.) Derselbe Johann besaß auch 1384 die zum <bisthume Augsburg zurückgestellten >Burgen und Vesten Rettenberg, Nesselwang und Hinang mit Zugehörde....
22. Jan. 1388

Friedrich von Ellerbach

Vereinigung für 3 Jahre zum Städte-Bund für Schwaben, Franken und Bayern

  1410   Burckhard von Ellerbach   gest. 1445
  1430   Berthold (Berchtold) von Ellerbach  
 1445

übergibt Burkhard von Ellerbach, nachdem Hans, sein einziger Sohn verstorben war, all seine Güter in Schwaben seinem Vater (könnte auch Vetter bedeuten), Berthold von Ellerbach



Quelle: "Chronik der mittelalterlichen Herrschaft Schwabeck" von Urban Zacher; Jahr 1846

1449

Burkart von Ellerbach

1449 wegen Mattsies mit Burkart von Ellerbach. In letzterem Streit erhielt Konrad Recht durch Kaiser Friedrich III., welcher ihm schon früher Blutbann und Marktrecht über Waal überlassen und das nächste sicher erledigende Reichslehen im Werte von 2000fl in Aussicht gestellt hatte. Burkart von Ellerbach aber rächte sich, indem er, wie andere schwäbische Adelige in Ungarn gegen den Kaiser kämpfte und ihm dort die Stadt Güns wegnahm: -um Entgelt hierfür ließ Friedrich III. Schloß Mattsies am 17. Januar 1456 niederbrennen.
____Quelle: Türkheimer Anzeiger/Geschichte Tussenhausen 1913

17.Nov.1455

Berthold von Ellerbach
> Graf zu Tierstain

Friedrich III. erlaubt dem Oswald, Grafen zu Tierstain, seinem obersten Truchsess, wider Berthold von Ellerbach ("S. maj. veint") "in alle weg zu handeln und alle rennt und nucz der güter und herschefften die er im obern Schwaben hat" aufzuheben und einzunehmen, doch soll er dann auf Verlangen die Güter ihm (dem Kaiser) wieder abtreten (Geh.H-Archiv.(Cod N.25)

  16. Jan. 1456   Burkhard von Ellerbach  das Schloß wird von Graf Oswald von Thierstein, auf Befehl von Kaiser Friedrich III. zerstört. Anlaß: Burkhard von Ellerbach hat an der Belagerung von Günz teilgenommen. (Quelle "Bay.Kunstdenkmale")
17.Jan 1456

Burkhard von Ellerbach

 

Quelle:
Jahresbericht des Historischen Kreisvereins im Regierungsbezirke ..., Band 31
Von Historischer Kreisverein im Regierung

Deshalb befahl Friedrich, als der genannte Ritter die Stadt Güns erobert hatte, am 17. Nov. 1455 seinem Hauptmanne Oswald von Tierstein, gegen diesen als seinen Feind auf alle Weise zu handeln und dessen Renten von seinen oberschwäbischen Herrschaften einzuziehen (Chmel reg. 3449) und in Folge dieses Befehles ward am Antoniustage (17. Jan.) des nächsten Jahres von dazu aufgebotenen Edlen aus Schwaben und selbst Franken das dem Burkhard zugehörige Schloss Mattsis eingenommen und verbrannt. (Nach Cristi gepurt M.cccc.CVI. an sant Anthonis abent ward das Sloss matzensüss ausgeprannt, das leit bey Mindelhaim und tätten die Edelleut von Franken und Schwaben durch hayssen des kaysers. was aines von Ellerpach)
  30. Juli 1456   Graf Oswald von Thierstein  König Friedrich III. verschreibt Graf Oswald von Thierstein widerruflich das Schloß und den Ort Mattsies,
  die Berthold von Ellerbach gehörten und bisher Heinrich von Pappenheim innehatte.(HHStA Wien)

  1460

Die Ellerbach die,die Herrschaft über hundert Jahre besessen hatten, gelangte sie um 1460 durch Erbschaft an die Stein von Rumsberg.

 

(1*) Hildegarde von Ellerbach war die Ehefrau von Sirt Güss von Güssenberg)

Nach Ableben des Geschlechtes von Ellerbach erbte i. Jahr 1460 die Familie von Stein zu Ronsberg, verwandt durch eheliche Verbindung (1*), diesen Edelsitz zu Matzsies als Burgauisches Lehen und Eigenthum der Ursula Güssin von Güssenberg (Güssenberg=ein verfallenes Bergschloß im Württemberg. Amte Heidenheim), Gemahlin des Hans von Stein durch Lehenträgerei des Heinrichs Truchsässen von Höfingen zu Minsterhausen (Markt im Landgericht Krumbach)

 

 

Das Wappen derer von Ellerbach im Schloss Mattsies
1905 ließ der damalige Besitzer Walter von Rougemont die Wappen der Geschlechter auf Schloss Mattsies in die Eingangshalle malen.    Aufnahme vom 21.März 2004

  Wappen der
"von Ellerbach"
  


1*  Lehenbrief um Matzensies, 1357
Wir Rudolf von Gottes Gnaden, Herzog zu Oesterreich, zu Styr, und zu ze Kernden, tun kunt, daz unser getreuer Lieber Purchardt von Ehrbach, den man nennet Pupillin, uns mit seinem offenen besiegelten Briefe, usgesent hat die Vesti ze Matzenses, mit allen Luten und Gutern, die darzu gehörent, die er von uns ze Lehen hat, und hat uns, daß wir die leihen geruchten Wilhelm von Ehrbach seinem Sune, das haben wir getann, und haben dieselben Vesti ze Matzenses, mit allen den Luten und Gutern, Nutzen und Rechten, die darzu gehörent, verlihen, und lihen mit diesem Briefe, an des hochgebohrnen Fürsten, unsers lieben Herrn und Vatters Herzog Albrecht von Oesterreich, an unser selbers, und aller Namen gemeinlich, mit vollem Gewalte, was wir ze Rechte daran lihen sullen, dem vorgenanten Wilhelm von Ehrbach und seinen Erben, zu rechten Lehen, also, das es uns und unsern Erben unschedlich et, an allen unsern Rechten. Mit urkund dies Briefs, geben ze Rinuelden an dem nechsten Dinstag vor sant Andreas = Tag, nach Gottes Geburt, Tusenz dreihundert fünfzig Jaren, und darnach in dem sibenden Jare.

( Urkunde aus Lori, Lechrain)

 Wappen Donnersberg


 Das Wappen derer von Donnersperg
Marschalke zu Mazzsies
(Die Siegel der Gebrüder Heinrich und Syfrid, Marschalke von Mazzensiez an zwei Urkunden von 1302 zeigen dagegen das bekannte Schild (mehrere gestürzte Zinnenbalken übereinander) der Marschalke und Truchsesse von Donnersperg und Oberndorf usw. Die Siegelumschrift -soweit noch erkennbar- zeigt auch: MAR.....DE DONRSPERG. Den Beinamen von Mazzensiez führten diese Marschalke nur vorübergehend, als sie vermutlich durch Verschwägerung mit dem letzten Conrad von Mazzensiez diesem im Besitze folgten.)



 1905 ließ der damalige Besitzer Walter von Rougemont
die Wappen der Geschlechter auf Schloss Mattsies in die
Eingangshalle malen.

 Aufnahme vom 21.März 2004

 2*) Verwandschaftliche Beziehungen zu "von Stein"

aus Zedlers universal-Lexikon, Seite 909
Ellerbach oder Ellerpach, Ellrbach, eine alte adliche Familie in Schwaben, aus welcher Burckard um das Jahr 1373 Bischoff zu Augsburg war. Die ordentliche Stamm-Reiche fanget Becelitus Germ.Stemmator. P.II.P.3.p.110 mit Heinrich und dessen Gemahlin Elisabeth von Homburg an.
Dieser beyden Sohn war Burckard, welcher mit Anna von Freyberg einen Sohn gleiches Namens gezeuget. Dieser wurde von Margaretha Güßin von Güssenberg ein Vater Burcardi III. welcher Urseln von Königseck sich vermählte und Eiteln hinterließ. Dessen mit einer von Hohenstoffeln erzeugter Sohn Burckard starb ohne Kinder. Bucel I.c. Man findet aber noch viele, welche sich nicht in dieses Verzeichnis bringen lassen, als Heinrich und Wolff Puppeli und Burckard von Ellerbach in dem Bündniß um S.Georgen-Bactier von 1392 warend. Datt de Pac. Publ. II. 3.s.97. P. 253. An 1487 erschien Burckard von Ellerbach auf Laupheim auf dem Reichstage zu Nürnberg als Abgeordneter des S.Georgen- Ritterschaft. Datt. I.c.29.§ 9.p.207. Und findet man ihn an. 1489 als Mit-Glied des Schwäbischen Bundes. Datt I.c.II.10.n.8.p.303. Ingleichen des Bundes im Jahr 1492. Datt.... wie auch der Vereinigung und Gesellschaft St.Georgen-Schild vom Jahr 1496 und zwar unter Adel an der Donau

* Hans von Stein war verheiratet mit Ursula Güßin von Güssenberg

 

 

lt. der Sage von der Adelheidsquelle beim Krumbad, fand im Mai 1390 ein Turnier in Mattsies  statt. An diesem Turnier nam auch ein Ritter Ulrich von Ellerbach teil.  
Die Edlen von Ellerbach wohnten auf der Hiltipoldsburg, heute ein Teil von Krumbach. Wahrscheinlich war es ein anderer Zweig der Familie Ellerbach, wie die Herren von Mattsies.

Günz ist die ungarische Ortschaft Köszeg deutsch: Güns. Sie liegt im Komitat Vas und ist 2 km von der österreichischen Grenze entfernt.
Burkhart von Ellerbach nahm diese Stadt dem Kaiser Friedrich III. im Kampf weg und behielt sie bis 1392. Der Kaiser rächte sich, indem er Schloss Mattsies am 16. oder 17. Januar 1456 niederbrennen ließ.

Näheres zu denen "von Ellerbach" und Hintergründe
Die Kaiserwahl fiel zwar auf Ludwig den Bayern, aber der schwäbische Adel hält zu Friedrich. Friedrichs Bruder Leopold von Österreich war Herr über die Grafschaft Burgau -Ellerbach war der Vogt der Grafschaft Burgau und verteidigte diese im Bürgerkrieg 1322 - 1325 gegen die Truppen von Kaiser Ludwig erfolgreich. Darauf hin schließen die Bundesgenossen von Kaiser Ludwig -die Stadt Augsburg- einen Friedensvertrag mit den Anhängern Leopolds.
Burkart von Ellerbach heiratete eine Tochter des Herrn von Tussenhausen -Ulrich der Fraß (Frazz) -
Burkart von Ellerbach, ist so recht das Abbild eines kampffrohen Ritters: er focht ruhmvoll in Frankreich, Schweiz, Holland, Litthauen, Rußland, Italien, sowie auf Zypern und in Aegypten gegen die Türken. Nicht weniger als 21 Pferde wurden dem tapferen Kämpen unter dem Leib erstochen. Von seinen Söhnen wurde Burkart Bischof von Augsburg. (1373-1404)

1349 kämpfte der Herr von Angelberg (Heinrich von Freiberg) gegen die von Ellerbach; ebenso hatte der Angelberger Herr (Konrad von Freiberg) 1449 einen Streit mit Burkart von Ellerbach, Mattsies. In diesem Streit bekam von Freiberg Recht zugesprochen von Kaiser Friedrich III.. Darauf kämpfte von Ellerbach in Ungarn gegen den Kaiser, dieser ließ deswegen sein Schloss in Mattsies niederbrennen.

 Das Dorf Zaisertshofen hat Burkart von Ellerbach zu Mattsies gekauft, war im Besitz der Ellerbach bis 1463

Hintergründe der Geschichte (wen es interessiert)
1314 - 1347 Ludwig der Bayer, römisch-deutscher Kaiser, - (Gegenkönig Friedrich der Schöne, ein Freund Ludwigs. Beide waren Enkel Rudolfs von Habsburg)
1347 - 1378 Karl IV. von Böhmen, römisch-deutscher Kaiser
1376 Gründung des schwäbischen Städtebundes, (
dehnt sich bald auch auf Rheinland, Bayern und Franken aus)
1378 - 1400 Wenzel, deutscher König (Sohn Karls IV.)
1400 - 1410 Ruprecht von der Pfalz, deutscher König
((wird vielfach nicht anerkannt und scheitert in seinen Bemühungen)

1410 - 1437 Siegmund, römisch-deutscher Kaiser
1440 - 1493 Friedrich III. römisch-deutscher Kaiser. (Schwacher, untätiger Regent. das Fausrtecht nimmt unter seiner Regierung auf furchtbae Weise wieder überhand)